Wie uns verborgene Konflikte krank machen

Volkskrankheit Burn-out, Volkskrankheit Herz-Kreislauf-Probleme, Volkskrankheit Krebs! Wir Menschen werden immer kränker und finden wenige Mittel, die uns Hoffnung auf Besserung schenken. Obwohl wir mehr und mehr Erkenntnisse über den menschlichen Körper verfügen, bleibt unser Verständnis über Krankheiten ungenügend. Dabei gibt uns das Wort „Krankheit“ den entscheidenden Hinweis. So leitet sich Krankheit von „Kränkung“ ab. Unser inneres Selbst ist verletzt. Der menschliche Geist steht im Konflikt zur Außenwelt und löst eine Stressreaktion im gesamten Körper aus.

Jeden Tag haben wir mit Widersprüchen zu kämpfen, jeden Tag tragen wir innere Konflikte nach außen. Selten stimmen unsere wahrgenommenen Lebensumstände mit unserem inneren Modell von der Welt überein. Im Hintergrund – abseits unseres Bewusstseins – spielen sich die Konflikte ab. Sie warten auf eine Lösung, die eine bewusste Veränderung des menschlichen Geistes erfordert. Ein temporärer Rückzug und die Besinnung auf sich selbst sind unumgänglich.

 

Chronische Konflikte als Gesundheitskiller

Aber was passiert, wenn wir Konflikte in uns verdrängen? Der Körper reagiert im Sinne unserer biologischen Bedürfnisse mit Über- und Unterfunktionen. Wir leiden an Erkrankungen der Schilddrüse, Bluthochdruck, Krebs, verschleimte Atemwege oder Burn-out. Die Ursache ist – bis auf wenige Ausnahmen – immer die gleiche. Ein ungelöster chronischer Konflikt treibt sein Unwesen.

Im Allgemeinen lässt sich zwischen Schockkonflikten und schleichenden Konflikten unterscheiden. Beide bewirken unterschiedliche biologische Reaktionen, obwohl die Konfliktursache bzw. der Konfliktinhalt, die gleichen sind. Von Schockkonflikten spricht man dann, wenn ein Ereignis unerwartet, isolativ und hochdramatisch empfunden wurde. Sie lassen den Stresspegel sofort in die Höhe schnellen. Schleichende Konflikte schaukeln sich dagegen Tag für Tag auf und führen auf Dauer zum gleichen Stressniveau wie bei Schockkonflikten. Die Abläufe beider Konfliktarten sind in der unteren Abbildung grafisch dargestellt:

Konfliktarten

Schockkonflikte zeichnen sich dadurch aus, dass sie schwere Krankheiten wie Krebs verursachen. Schleichende Konflikte sorgen eher für ein fortschreitendes Ausbrennen des Körpers. Letztendlich entscheidet die eigene Wahrnehmung über die jeweilige Stressreaktion. Es gibt Menschen, die trotz dramatischer Veränderungen in ihrem Leben selten krank sind. Es sind Menschen, die gelernt haben, auf vieles zu verzichten und Veränderungen als Teil ihres Lebens zu akzeptieren. Sie lassen sich nicht kränken, weil sie aus ihrer inneren Mitte heraus leben und einer unbewussten Interpretation des Geistes zuvorkommen.

Am Beispiel der „überraschenden Kündigung“ soll die Diskrepanz zwischen realer und empfundener Wirklichkeit veranschaulicht werden:

  • Grundbedürfnis – Gefahr um das „tägliche Brot“
  • Sicherheitsbedürfnis – Gefahr für die „sichere Behausung“
  • Soziales Bedürfnis – Gefahr der „gesellschaftlichen Stellung“
  • Individualbedürfnis – Gefahr für das „Selbstwertgefühl“

Der Konfliktinhalt wird gemäß des biologischen Sinns interpretiert, der nichts mit der realen Wirklichkeit der modernen Gesellschaft zu tun haben muss. Die interpretierten Gefahren existieren – dank der sozialen Sicherheitssysteme – eher selten, so dass die Stressreaktion unangemessen und deren biologischen Nutzen gering ist. Für uns bedeutet dies, sich mit unseren Defizitbedürfnissen in Form unserer Werte tiefer auseinanderzusetzen, um ein gesundes und zufriedenstellendes Leben führen zu können.

 

Die Krankheit vor der Krankheit

Wir fühlen uns schlecht, haben Schmerzen und leiden an diesem oder jenem Symptom. In diesem Zustand sprechen wir von Kranksein. Wir hoffen, dass die Genesung frühestmöglich eintritt. Jedoch ist die Krankheit schon weit vorher ausgebrochen. Mit Beginn des inneren Konflikts – der Kränkung – unterteilt sich die Krankheit in zwei Phasen, wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht:

Konflikt

Der Konflikt sorgt für einen erhöhten Energieschub, um dem Körper mehr Ressourcen zur Konfliktlösung bereitzustellen. Unsere gesamte Körperchemie ändert sich innerhalb weniger Augenblicke. Je nach Konfliktinhalt tritt eine Über- oder Unterfunktion der Organe ein. Der Körper reagiert, als ob unsere biologischen Bedürfnisse in Gefahr wären.

Was uns als Steinzeitmensch von Nutzen war, wird uns heute zum Verhängnis. Konflikte dauern bei einer naturnahen Lebensweise nur wenige Stunden oder Tage. Heutige Konflikte ziehen sich jedoch über Wochen und Monate hinweg, und fügen dem Körper irreparablen Schaden zu. Je länger und intensiver ein Konflikt andauert, umso stärker werden die Symptome letztendlich sein. Ist der Konflikt gelöst, geht der menschliche Körper in eine Erholungsphase über. Die aus dem Gleichgewicht gekommenen Funktionen harmonisieren sich. Erst hier – in der konfliktgelösten Phase – spüren wir im Allgemeinen Symptome. Wir fühlen uns schlapp, haben Schmerzen, bekommen Fieber und leiden an Appetitlosigkeit. Das dauert in etwa genauso lange, wie der Konflikt angehalten hat.

Treten vermehrt Symptome auf und spüren wir ein Unwohlsein, gehen wir zum Arzt unseres Vertrauens. Vor allem bei sehr starken Krankheitszeichen ist es ratsam, schul- oder alternativmedizinische Hilfe zu suchen. Denn eine zu starke Entspannung kann gefährlich, manchmal sogar tödlich, sein. Es macht daher Sinn, die konfliktgelöste Phase mit mentalen Techniken oder homöopathischer Arznei geringfügig zu bremsen, so dass auftretende Symptome abgemildert werden – ohne sie zu unterdrücken. Sie werden über einen längeren Zeitraum ausgeschlichen, bis der Körper sein inneres Gleichgewicht zurückgewonnen hat.

 

Fazit

Konflikte im Inneren, Konflikte im Außen. Die Komplexität des modernen Lebens sorgt dafür, dass wir uns einer Vielzahl von Konflikten aussetzen müssen. Oftmals laufen sie parallel ab und verschleiern so ihr wahres Gesicht. Im Hintergrund vermehren sich sie immer weiter, bleiben ungelöst und mindern fortwährend unsere Lebensqualität. Es gilt, diesen Prozess umzukehren und das Konfliktpotenzial schrittweise zu verringern, indem wir unser inneres Modell von der Welt vereinfachen und unangemessene Interpretation der Vergangenheit neutralisieren. Mit Hilfe eines Coachs oder Therapeuten lassen sich tiefsitzende Überzeugungen, die Sie an einem stressarmen Leben hindern, individuell anpassen. Unserer Körper und Geist harmonisieren sich und geben uns unser Wohlempfinden langfristig zurück.

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